(23) Serviertablett

Beteiligte

kein Eintrag

Datierung

19. Jahrhundert Ausführung

Geographischer Bezug

Kaschmir Ausführungsort

Material / Technik

Papiermaché, grundiert, bemalt, Muschelgold, Klarlack

Maße

34,0 cm (Durchmesser)
3 cm (Höhe)

Erwerb

Alter Bestand, erworben vor 1896

Inventarnummer

V1168

Standort

Ausstellung Asiatische Kunst. Impulse für Europa > Kabinett Westasien

Objektsystematik

Hausrat > Tablett

Schlagwortkette

Blüte; Blütendekor; Hinduismus; Lackkunst; Rose; Vogel

Sammlung

Westasien, Indien, Nordafrika (Asiatische Kunst)

Das Innenfeld des Tabletts ist in drei Abschnitte unterteilt, die mit unterschiedlichen Mustern aus verschiedenen Blüten, zwischen denen sich Vögel bewegen, bemalt sind — ein Dekor, der häufig auf Kaschmirlackarbeiten anzutreffen ist. Gerahmt wird das Innenfeld durch eine breite und eine schmale Bordüre. Die breitere greift Dekorformen der berühmten Kaschmirschals auf. Wenig ist bis jetzt über Kaschmirlacke bekannt. Die ältesten Lackmalereien aus der Region gehören noch dem 18. Jahrhundert an. Bemalt wurden Bucheinbände und Objekte aus Papiermaché und Holz. Charakteristisch ist ein vielfältiger, farbenfroher Blütendekor, der sicher auch in der fruchtbaren Region mit ihren schönen Gärten seine Vorbilder hatte. Dazu kommen iranische Elemente, wie das „Rose und Nachtigall“ - Motiv, sowie figürliche Darstellungen aus der hinduistischen Mythenwelt. (Text: Reingard Neumann)

Alter Bestand, erworben vor 1896.
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Dieser Text entstand im Rahmen des Museumsjubiläums 2024. Für das Projekt „150 Jahre 150 Objekte“ in der Sammlung Online wurden Leipzigerinnen und Leipziger nach ihrem Blick auf die Sammlung gefragt:

[English]

The object showcases the legacy of papier mâché in Kashmir, India, introduced by Sultan Zain-ul-Abidin in the 15th century and nurtured under Mughal patronage. Inspired by the region's scenic beauty, craftsmen embellished trays and objects with motifs reflecting the lush gardens and serene landscapes of Kashmir, which the Mughals aptly described as “paradise on earth”.

Known as kar-i-qalamdani or pen-case work, this unique handicraft is generally used to decorate pen-cases and small boxes, apart from a variety of decorative objects. This exquisite tray showcases three emblematic motif styles of the craft. The center-left features the vibrant hazara (thousands of flowers) and gul-andar-gul (flower within a flower) designs, celebrating Kashmir's floral abundance. In the top-center, the opulent golden floral arrangement known as hazara sonposh is adorned with colorful parrots, capturing the essence of Mughal elegance. On the center-right, bumtchuthposh (apple blossoms) interspersed with bulbuls (nightingales) evoke the valley's biodiversity.

The tray's borders are intricately adorned with the “paisley” motif – the popularized term for what is originally called the buta (raw mango) or the badaam (almond) motif in India. It is typically composed of a teardrop shape with a curl at one end, and holds significance in both Islamic and Hindu traditions – symbolizing fertility, prosperity, and abundance, while also encapsulating Kashmir's rich cultural synthesis.

Laya Chirravuru, 30, Fashion Designer and Researcher
[Deutsch]

Das Objekt zeigt das Erbe des Pappmachés in Kaschmir, Indien, das von Sultan Zain-ul-Abidin im 15. Jahrhundert eingeführt und unter der Schirmherrschaft der Moguln weiterentwickelt wurde. Inspiriert von der landschaftlichen Schönheit der Region, verzierten die Kunsthandwerker Tabletts und Gegenstände mit Motiven, die die üppigen Gärten und die ruhigen Landschaften Kaschmirs widerspiegeln, die die Moguln treffend als "Paradies auf Erden" bezeichneten.

Dieses einzigartige Kunsthandwerk ist unter dem Namen kar-i-qalamdani bekannt und wird in der Regel zur Verzierung von Federkästen und kleinen Schachteln, sowie für eine Vielzahl von Dekorationsobjekten, verwendet. Dieses exquisite Tablett zeigt drei sinnbildliche Motivstile dieses Handwerks. In der linken Mitte sind die farbenfrohen hazara- (Tausende von Blumen) und gul-andar-gul-Motive (Blume in einer Blume) zu sehen, die den Blumenreichtum Kaschmirs feiern. Oben in der Mitte ist das opulente, goldene Blumenarrangement hazara sonposh mit farbenfrohen Papageien verziert, die das Wesen der mogulischen Eleganz widerspiegeln. In der rechten Mitte erinnern bumtchuthposh (Apfelblüten), die mit bulbuls (Nachtigallen) durchsetzt sind, an die Artenvielfalt des Tals.

Die Ränder des Tabletts sind kunstvoll mit dem „Paisley"-Motiv verziert - der volkstümliche Begriff für das, was in Indien ursprünglich buta- (rohe Mango) oder badaam- (Mandel) Motiv genannt wird. Das Paisley-Motiv besteht in der Regel aus einer tropfenartigen Form mit einem Kringel an einem Ende, und hat sowohl in der islamischen als auch in der hinduistischen Tradition eine große Bedeutung - es symbolisiert Fruchtbarkeit, Wohlstand und Reichtum, und steht gleichzeitig für die reiche, kulturelle Synthese Kaschmirs.

Laya Chirravuru, 30, Modedesignerin und Forscherin

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