Figurenstudien

Objektdaten

Beteiligte

Remigio Cantagallina

Datierung

um 1620 - 1640

Geographischer Bezug

Material / Technik

Rötel, laviert

Maße

15,6 x 13,2 cm (Blattmaß)

Signatur / Marke

Sammleraufschrift u. l.: "CantaGallina". Darunter, auf historischem Trägerpapier, eine weitere: "Di Remigio Cantagallina" (beide Feder in Braun)

Erwerb

Schenkung Johannes Tripps

Inventarnummer

B.2026.1

Standort

Aktuell nicht ausgestellt

Sammlung

Zeichnung, Aquarell und Miniatur

Beschreibung

Die historische Zuschreibung an Remigio Cantagallina erscheint plausibel, auch wenn unter dessen gesicherten Arbeiten bisher keine Rötelzeichnungen bekannt sind. Studien einzelner Figuren, bevorzugt in Rückenansicht, mit denen er in seine typischen, oft in „Stechermanier“ gezeichneten Landschaften ausstaffierte, kommen bei ihm aber häufiger vor. Die ländliche Kleidung passt ins Florentiner Milieu der 1. Seicentohälfte, man denke an Jacques Callots dicht bevölkertes Tableau der "Fiera dell'Impruneta" (Radierung, 1620). Von Cantagallina gibt es eine ähnliche, mit der Feder gezeichnete Markt-Darstellung in der National Gallery of Art in Washington (Inv. 1985.1.54).
Bemerkenswert ist auch die Provenienz des Blattes, denn die sorgfältig kalligrafierte Autorangabe ähnelt Beschriftungen, wie man sie aus der Sammlung des Florentiners Francesco Maria Niccolò Gabburri (1676-1742) kennt. Auf der Rückseite des Blattes findet sich zudem eine Bleistiftnotiz, die auf die „Collezione Calandrucci“ verweist. Tatsächlich besaß der Maratti-Schüler Giacinto Calandrucci (1646-1707) offenbar eine exquisite Sammlung u. a. von Zeichnungen. Allerdings konnten hiervon bisher nur wenige Blätter identifiziert werden, da es keine Sammlermarke oder wiedererkennbare Montierungen gibt.

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