© GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig (Foto: Christoph Sandig)
Wandbehang "Grau-Rot-Kombination"
Beteiligte
Marianne Ehrler Entwurf und Ausführung
Datierung
1980 Ausführung
Geographischer Bezug
Halle (Saale) Ausführungsort
Material / Technik
Verschiedene Gewebe, appliziert
Maße
215 cm (Höhe)
223 cm (Breite)
Erwerb
Erworben vom Verband Bildender Künstler der DDR, 1981.
Inventarnummer
1981.10
Standort
Ausstellung Jugendstil bis Gegenwart > Erdgeschoss > 1970er Jahre bis Gegenwart
Objektsystematik
Sammlung
Kunsthandwerk und Design ab Historismus
Die Technik der Applikation wurde in den 1970er Jahren zu einer wichtigen Komponente in der Textilkunst der DDR. Nach Formen zugeschnittene Stoffstücke werden neben- oder übereinander auf einen Trägerstoff genäht und ergeben so ein Bild. Im Gegensatz zur traditionellen Bildweberei, die an das rechtwinklige Fadengerüst gebunden ist, können mit dieser Technik sehr viel freiere Kompositionen umgesetzt werden. Zentrum für diese Arbeitsweise war die Burg Giebichenstein. Hier wurde auch Marianne Ehrler (1939–1984) ausgebildet. Sie war eine der ersten, die sich mit der neuen Technik auseinandersetzten, damit experimentierten und neue Gestaltungsmöglichkeiten entwickelten. Von figürlichen Entwürfen kam sie zu abstrakten, zeichenhaften Kompositionen, die schließlich in rein dekorativen Flächengestaltungen wie diesem Wandbehang mündeten. Er bildet zusammen mit einem Gegenstück in Grau- und Grüntönen ein Paar. Die Bildflächen beider Behänge sind in eine Vielzahl von Rechtecken aufgeteilt, für die die Künstlerin Wolle, Baumwolle, Leinen und verschiedene Kunstfasern verwendete. Durch die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen der Materialien entstehen flirrende Farbklänge, die das gesamte Spektrum des Grundtones abdecken. Einzelne Flächen in der Farbe der jeweils anderen Skala schaffen die Verbindung zwischen den beiden Behängen.