Bildnis Karl Weule (1864 - 1926)
Objektdaten
Beteiligte
Reinhold Rohr
Datierung
1926
Geographischer Bezug
Leipzig Ausführungsort
Material / Technik
Kreidelithografie von zwei Steinen
Maße
24,5 x 19,5 cm (Bildmaß)
30 x 25 cm (Blattmaß)
Erwerb
Schenkung Morét, Freiburg i. Br., 2025
Inventarnummer
B.2025.290
Standort
Aktuell nicht ausgestellt
Objektsystematik
Schlagwortkette
Porträt
Sammlung
Druckgrafik
Beschreibung
Der als Geograf ausgebildete Karl Weule (1864-1926) gehört zu den Begründern der universitären Ethnologie in Deutschland. Im Jahr 1899 an der Universität Leipzig mit der Studie Der afrikanische Pfeil habilitiert, wurde er im selben Jahr zum stellvertretenden Direktor des Leipziger Grassi-Museums für Völkerkunde ernannt, wo er die Sammlungen systematisch zu erschließen und wissenschaftlich zu bearbeiten begann. Unter seiner Direktion ab 1907 entwickelte sich das Haus zu einem der führenden ethnologischen Museen Deutschlands. Seit 1920 ordentlicher Professor für Völkerkunde an der Universität Leipzig, erreichte er durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Geografie und Ethnologie ein breiteres Publikum.
Weule unternahm zahlreiche Forschungsreisen, die er ausführlich dokumentierte. 1906-07 begleitete er die Deutsch-Ostafrikaexpedition nach Tansania mit dem Ziel der ethnologischen Erforschung des südlichen Teils des sogenannten deutschen Schutzgebietes. Hier sammelte er mündliche und bildliche Überlieferungen der indigenen Bevölkerung und nahm über eintausend Fotografien auf, die heute Teil der Sammlungen des GRASSI Museums für Völkerkunde sind. Aufgrund dieser Verquickung seines wissenschaftlichen Wirkens mit der deutschen Kolonialgeschichte ist seine Persönlichkeit heute nicht unumstritten.
Das von Reinhold Rohr gezeichnete und von zwei Steinen gedruckte Profilbildnis aus Karl Weules Todesjahr ist von hohem institutionengeschichtlichem Interesse und die bislang einzige Porträtdarstellung des Völkerkundlers im Besitz des GRASSI MAK.