Entwurf zweier Türgriffe, wohl nach Henry van de Velde, bez. „531“ und „530“
Objektdaten
Beteiligte
Messing- und Bronzewaren Otto Seyffart
Henry van de Velde Entwurf Form
Datierung
um 1905
Geographischer Bezug
Altenburg Ausführungsort
Material / Technik
Feder in Schwarz
Maße
32 x 22 cm (Blattmaß)
Erwerb
Schenkung Dirk Adena, Wilhelmshaven, 2025
Inventarnummer
B.2025.362
Standort
Aktuell nicht ausgestellt
Objektsystematik
Zeichnung, Buch, Einband, Druckgrafik und Typographie > Zeichnung > Entwurfszeichnung
Sammlung
Zeichnung, Aquarell und Miniatur
Beschreibung
Die im thüringischen Altenburg ansässige Metallwarenfabrik Otto Seyffart (benannt nach dem Firmengründer, 1823-1902) profilierte sich in den Jahren um 1900 als „Werkstätte für kunst- und kunstgewerbliche Gegenstände“ und arbeitete mit herausragenden Entwerfern wie Henry van de Velde (1863-1957) zusammen, für den sie Leuchten und Türbeschläge fertigte. Die Firma trat dem Werkbund bei und war seit 1927, inzwischen von Walther Seyffart (1885-1981) unter dem Namen „Otto Seyffart. Werkstätten für kunsthandwerkliche Metallarbeiten“ geführt, mit ihren an der Formgestaltung der Moderne orientierten Produkten regelmäßig auf den Grassi-Messen vertreten. In der DDR-Zeit konnte sie ihre Tätigkeit als eine von zehn kunsthandwerklichen Werkstätten des Staatlichen Kunsthandels fortsetzen und Teile des Warensortiments beibehalten, bis der Betrieb 1991 endgültig schließen musste.
In dem durch die Schenkung Adena ins Grassi-Museum gelangten Teilen des Firmenarchivs sind die verschiedenen Aspekte der viele Jahrzehnte umfassenden Firmenaktivität gut dokumentiert: Das Konvolut enthält Musterblätter, Entwürfe und Werkzeichnungen für Möbelbeschläge, Ziffernblätter, Gitter, Leuchter, Garderoben und diverse Hausgeräte. Die Türklinken vom Jugendstil bis zum Funktionalismus ragen dabei heraus. Das Konvolut bietet somit einen einzigartigen Einblick in Sortiment und Aufgabenbewältigung eines mittelständischen Handwerksbetriebs mit hohem Gestaltungsanspruch und überregionalem Horizont, zugleich bezeugt es aber auch dessen bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit.