Augustus-Rex-Deckelvase mit Blaumalerei in ostasiatischer Art

Objektdaten

Beteiligte

Königliche Porzellan-Manufaktur Meissen

Datierung

um 1730 Ausführung

Geographischer Bezug

Meißen Herstellungsort

Material / Technik

Inglasurbemalung in Kobaltblau

Maße

gesamt 52,2 cm (Höhe)
41 cm (Durchmesser)
Vase 41 cm (Höhe)
Deckel 11 cm (Höhe)
Deckel 11,7 cm (Durchmesser)

Signatur / Marke

Ligiertes AR in Unterglasurblau am Boden

Erwerb

Ankauf Martin Seydel, Leipzig, 1921

Projektgeschichte

a) 1945 vermisst nach Auslagerung; Vom Auslagerungsort illegal in die USA verbracht, zwischenzeitlich im Cummer Museum of Art & Gardens, Jacksonville; 1999 zuückgeführt. ("Die nach dem II. Weltkrieg ohne Deckel vom Auslagerungsort illegal nach den USA verbrachte Vase und zwischenzeitlich im Cummer Museum of Art & Garden, Jacksonville, gelangte Vase ist 1999 an ihren angestammten Platz im Museum für Kunsthandwerk Leipzig zurückgekehrt." (Gielke 2003,S. 122)

Inventarnummer

1921.107 a,b

Standort

Ausstellung Antike bis Historismus > Raum 19 Barock: Sachsen

Schlagwortkette

Blattwerk; Blaumalerei; Blume; Blumendekor; Blütendekor; Fabeltier; Fasan; Insekt; Ornament; Vogel

Sammlung

Europäisches Kunsthandwerk (Mittelalter bis Mitte 19. Jh.)

Beschreibung

1710 wurde von August dem Starken (1670 bis 1733) in Meißen die erste europäische Porzellan-Manufaktur gegründet, nachdem Johann Friedrich Böttger (1682–1719) in Dresden nach vielen Versuchen die Nacherfindung des begehrten, seit langem aus China importierten Porzellans gelungen war. In den ersten Jahrzehnten stellte man in Meißen vorwiegend Gefäße im chinesischen Stil her – dabei war blaubemaltes Porzellan das bevorzugte Vorbild. Diese Vorliebe ist bei dieser, zu einer Dreiergruppe gehörenden Vase (dazugehörend: Inv.Nr. 1921.106 a/b und Inv.Nr. 1925.70), besonders deutlich zu erkennen. Mit einer Höhe von über 50 cm gehört sie zu jenen großformatigen Meissener Porzellanen, die zur Dekoration eines Raumes bestimmt waren und auf Möbeln, Kaminen oder Wandkonsolen ihre Aufstellung fanden. Der großflächige Dekor in ostasiatischer Manier ist auf Fernwirkung hin konzipiert: neben unregelmäßigen Felsgebilden mit Fasanen sind fliegende Vögel, Insekten und Fabeltiere, ornamentale Laubwerkborten, empor rankende Chrysanthemen und andere Blütenzweige dargestellt.
Am Boden ist die Vase mit einem ligierten „AR“ bezeichnet, eine Abkürzung, die als „Augustus Rex“ aufzulösen ist. Dieses Kürzel wurde in der Zeit zwischen 1723 und 1740 anstelle der gekreuzten Schwerter auf jenen Porzellanen verwendet, die die beiden Könige von Sachsen und Polen, August der Starke und sein Sohn August III., entweder für sich selbst oder als Geschenke bestimmt hatten. So sind die Deckelvasen aller Wahrscheinlichkeit nach ein Geschenk des Dresdener Hofes an den Leipziger Professor und mehrmaligen Rektor der Universität, Christian Gottlieb Ludwig (1709–1773), aus dessen Besitz sie stammen.

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