Emailschale
Objektdaten
Beteiligte
Katharina Wagner
Datierung
um 1949 Ausführung
Geographischer Bezug
Material / Technik
Maße
2,5 cm (Höhe)
15,5 cm (Durchmesser)
Erwerb
Ankauf auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1949 von Katharina Wagner, Leipzig.
Inventarnummer
1949.2
Standort
Aktuell nicht ausgestellt
Schlagwortkette
Frau; Taube
Sammlung
Kunsthandwerk und Design ab Historismus
Beschreibung
Dieser Text entstand im Rahmen des Museumsjubiläums 2024. Für das Projekt „150 Jahre 150 Objekte“ in der Sammlung Online wurden Leipzigerinnen und Leipziger nach ihrem Blick auf die Sammlung gefragt:
Objekte verändern ihre Bedeutung im Laufe ihres „Lebens“ – sei es durch verschiedene Blickwinkel von Betrachtenden oder eine veränderte Funktion. Der Erziehungswissenschaftler Michael Parmentier (1943 – 2018) beschreibt es wie Jahresringe eines Baumes, die sich Schicht für Schicht um ein Objekt herum legen. Um ein Objekt zu lesen, hilft es die verschiedenen Schichten freizulegen. Welche unterschiedlichen Bedeutungen könnte die Schale von Katharina Wagner haben? Bei der Erwerbung 1949 war sie vermutlich ein Beispiel für die neue Ausrichtung des Museums in der DDR, dessen Fokus damals mehr auf Kunsthandwerk lag. Sicherlich war auch der Erwerb auf der Leipziger Messe, als zeitgenössisches Handwerk von Bedeutung. Wechselt man die Perspektive und schaut mit den Augen der Gestalterin auf die Schale, kommen weitere unbekannte Schichten hinzu: Warum wählte Katharina Wagner das Motiv der Meerjungfrau? Hatte sie das Meer vor Augen, als sie sich für die Farben entschied? Welchen Bezug hatte sie zum Material Email? War die Schale als Kunst- oder Gebrauchsobjekt bestimmt? Aus heutiger Sicht kommt die Bedeutung der Repräsentation von Künstlerinnen und Gestalterinnen, die noch immer zu selten in Museumssammlungen vertreten sind, hinzu. Und letztendlich die (vorerst) letzte Bedeutungsebene: eines der 150 Objekte, die die Geschichte des GRASSI Museums für Angewandte Kunst illustrieren.
Julia Beckmann, 29, Kunsthistorikerin und Museologin