Gipsplatte mit maltechnischen Proben
Objektdaten
Beteiligte
Hermann Glöckner Ausführung
Datierung
1957 Ausführung
Geographischer Bezug
Dresden Ausführungsort
Material / Technik
Gips, verschiedene Farben, teilweise lackiert
Maße
50 cm (Höhe)
36 cm (Breite)
Erwerb
Erwerbung mit Unterstützung der Dresdner Bank Leipzig aus dem Nachlaß (Hermann Glöckner Archiv Dresden)
Inventarnummer
1997.487
Standort
Ausstellung Jugendstil bis Gegenwart > Obergeschoss > Funktionalismus
Objektsystematik
Schlagwortkette
Architektur; Entwurf; Modell
Sammlung
Kunsthandwerk und Design ab Historismus
Beschreibung
Obwohl abstrakt und frei arbeitende Künstlerinnen und Künstler in der DDR aus politischen Gründen kaum in Erscheinung traten, erhielt der Dresdner Maler und Bildhauer Hermann Glöckner (1889-1987) in den 1950er-Jahren Angebote für Arbeiten im öffentlichen Raum. 1957 gestaltete er vier Säulen im westlichen Treppenhaus des Physikalischen Instituts der Technischen Universität Dresden.
Die thematische Vorgabe „Spektralanalyse“ kam Glöckners Wunsch entgegen, sich intensiver mit seinen schon früher begonnenen Flächen- und Farbuntersuchungen zu beschäftigen. Bei der „Spektralanalyse“ wird zunächst mithilfe eines Prismas weißes Licht in seine farbigen Bestandteile zerlegt. Glöckner rahmte die so entstehenden Spektralfarben Rot, Orange, Grün, Blau und Violett in unterschiedlich große Vierecke. Die Mischfarben Orange, Grün und Violett befinden sich in jenen Feldern, die durch Überschneidungen entstehen. Die Reihenfolge der Farben von diagonal und horizontal angeordneten Flächen entspricht dem natürlichen Lichtspektrum. Für die Realisierung dieses Projekts fertigte Glöckner in mehreren Entwurfsstadien Skizzen, Modelle, Malproben und einen 1:1-Farbkarton an, die 1997 teils als Ankauf, teils als Schenkung des Hermann Glöckner Archivs Dresden ins Museum gelangten. Sie verdeutlichten das Ineinandergreifen von bildender und angewandter Kunst.