GEFÄSS | SKULPTUR 4
DEUTSCHE UND INTERNATIONALE KERAMIK SEIT 1946

Der künstlerischen Studiokeramik hat das GRASSI Museum für Angewandte Kunst seit 2008 bereits drei große und vielbeachtete Ausstellungen gewidmet. Sie zählt zu den stark gewachsenen und international hochkarätig besetzten Sammlungsbereichen. Herausragende Erwerbungen und Schenkungen geben nun Anlass für eine Fortsetzungsausstellung. Sie zeichnet die künstlerischen Entwicklungen seit 1946 bis in die jüngste Gegenwart nach und lässt die keramischen Arbeiten, ihre Formenkraft und Glasurschönheit in ästhetische Zwiesprachen treten – dabei immer wieder das Verhältnis von zweckgebundenem Gefäß und autonomer Skulptur auslotend.
Die verschiedenen künstlerischen Herangehensweisen finden in der Ausstellung auch eine räumliche Entsprechung: Gefäße und Skulpturen stehen sich in den beiden Pfeilerreihen gegenüber. Gleichwohl werden diese nicht als Gegensätze verstanden. Vielmehr treten sie in einen Dialog, der die fortwährende Auseinandersetzung anregen soll. Wo endet Gefäß und wo beginnt Skulptur? In der dualen und chronologischen Anordnung wird deutlich, dass sich die moderne Studiokeramik zunehmend der bloßen Nutzbarkeit entzieht und mit der skulpturalen Eigenständigkeit experimentiert, ohne das Thema „Gefäß“ aus den Augen zu verlieren.
Neben Großformaten, die sich den Vitrinen verweigern, ergänzen Einblicke in den Werkprozess von Beate Kuhn, Filmdokumente und Arbeiten auf Papier von Keramikerinnen und Keramikern die Ausstellung. Gerade letztere beweisen die Ganzheitlichkeit künstlerischen Vermögens im keramischen Metier.

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